Reisebericht ´98


Da ich von der afrikanischen Tierwelt sehr begeistert bin, konnte ich es kaum erwarten wieder mal hin zu fahren und plante die Reise `98 schon eineinhalb Jahre vorher.Ich schlug meinem Vater die Reiseroute vor und redete Monate auf ihn ein, bis er die Reise schliesslich genauer betrachtete und sie auch buchte. Bei mir ist die Vorfreude auf eine Afrikareise schon Monate vorher riesengross und ich freute mich sehr als wir (meine Eltern und mein Bruder) dannn endlich, von Frankfurt aus, nach Johannesburg flogen.Als wir uns dann am Flughafen in Johannesburg, um die üblichen Formalitäten (Mietwagen , Gepäck) gekümmert, und noch etwas gegessen hatten, ging es dann los in Richtung Krüger Nationalpark, einer der grössten (grösser als Hessen) und schönsten Parks der Welt.

Der Weg ist sehr weit, doch die Strassen sind sehr gut ausgebaut und erlauben eine schnelle Fahrt (ist in Afrika nicht selbstverständlich).Doch wir hatten uns am Flughafen nicht genug beeilt; denn als es gegen abend wurde, merkten wir, dass wir noch ein Stück vom Phalaborwa Parkeingang entfernt sind.Hinzu kam noch eine relativ lange Strecke, die wir noch innerhalb vom Park zum Letaba Camp fahren mussten. Um 17.30 schliessen die Camps (in dem Monat, in dem wir da waren), deswegen muss man schon rechtzeitig am Parkeingang sein, um es noch schaffen zu können.Doch wir waren zu spät, um noch bis zu unserem Camp fahren zu können, weswegen wir versuchten in einem Camp am Orpen Parkeingang unterzukommen.

Das Orpen Camp war aber leider schon voll.Deshalb drehten wir um und sahen neben der Straße, die zum Krügerpark führt, zwei, drei kleine Bungalows. Dort fuhren wir und bekamen an der kleinen Rezeption, den Schlüssel für ein 4 Personen-Bungalow ausgehändigt.Glück gehabt.So verbrachten wir die erste Nacht ausserhalb vom Krügerpark und hatten eine Nacht umsonst gezahlt.
Am nächsten Morgen erreichten wir nach ca. 20 Minuten den Parkeingang und fuhren in Richtung Letaba Camp.Auf dem Weg dorthin, sollten wir schon nach kaum 30 Minuten im Park, das aufregendste unseres Parkaufenthaltes sehen.
Kris, mein Bruder, erspähte mehrere Geier, auf einem Baum in der Nähe der Strasse sitzend.Bei Geiern solte man schon genauer hingucken, da diese Aasfresser ein Zeichen für einen "Kill" (erlegtes Beutetier) sein könnten. Und tatsächlich konnte man zwischen den Büschen den Kopf eines Löwen erkennen.Und ein paar Meter daneben noch einen.

Einer der Löwen war direkt neben der Strasse.






Wir blieben noch ein paar Minuten dort stehen, bis von der anderen Straßenseite plötzlich zwei Hyänen über die Straße huschten und sich den Löwen näherten. Obwohl Hyänen auch selber jagen, nutzen sie jede Gelegenheit, um anderen Raubtieren ihre Beute zu klauen.Als nächstes liefen wieder zwei Löwen über die Strasse.Einer der beiden hatte am Rücken Kratzwunden (wahrscheinlich von Hyänen).Die Hyänen beobachteten die Löwen und näherten sich ihnen langsam.Die Löwen schienen irgendwelche Reste zu essen, welche die Hyänen ihnen abjagen wollten.
Dann liefen mehrere Löwen und Hyänen (und auch Schakale!) hin und her, so dass man gar nicht genau sagen konnte wieviel es eigentlich waren. Einer der Hyänen hatte ein Büffelbein (das war also das Beutetier) im Maul und rannte damit auf die Strasse.Eine andere Hyäne versuchte sie ihm, laut kichernd, abzunehmen, was ein tolle Szene war.Nach einer Weile fuhren wir dann weiter und freuten uns über dieses Erlebniss.

Am nächsten Tag gings weiter zum Olifants Camp, von dem man eine schöne Sicht herunter auf den Olifants River (hat aber leider nicht viel Wasser) und das Land drumherum hatte.Von dort sahen wir viele Giraffen und auch ein paar Nilpferde, die am Ufer des Olifants lagen.Zwischen Letaba und dem Olifants River begneteten wir einigen Elefanten.
Das nächste Highlight war der "Night Drive" (Geführte Nachfahrt mit Scheinwerfen).Allein die nächtliche Stimmung war schon aufregend.Wir fuhren dann langsam im Park herum und leuchteten mit Scheinwerfern links und rechts in Busch hinein.Oft konnte man nur, wenn überhaupt, ein Paar Augen leuchten sehen und erst hinterher erkennen, um was für ein Tier es sich handelt. Man sah dann natürlich nicht viele Tiere aber es waren ein paar nachtaktive dabei, die man tagsüber nie sieht (z.B. die Civetkatze, Nachtaffen oder Ginsterkatzen).Auf einmal sah man im Scheinwerferlicht etwas auf der Straße liegen.Es waren zwei Löwen!.Wir fuhren direkt daneben und betrachteten sie von ganz nahem.Kurz darauf war die Nachtfahrt zu Ende.

Nach einer Nacht fuhren wir weiter zum Lower Sabie Camp.Nur ein paar Meter vom Olifants Camp entfernt, wollten auf einmal drei Löwen vor uns die Straße überqueren. Wir hielten an und beobachteten, wie sie langsam über die Strasse schlichen und im Gebüsch verschwanden.Als wir gerade losfahren wollten, kam plötzlich eine Hyäne herangelaufen und überquerte die Straße in Richtung Löwen (Die sind scheinbar nie weit voneinander entfernt!).
Auf dem Weg zum Lower Sabie Camp machten wir im Satara Camp Mittagspause und sahen dort eine Tafel, auf der eine Karte vom Krügerpark befestigt war.Auf dieser Karte konnten die Besucher, durch unterschiedliche Stecknadeln, ihre Entdeckungen, an der richtigen Stelle, zeigen. Auf dieser Tafel sahen wir in der Nähe vom "Büffel-Kill" mehrere Nadeln, die Löwen und Hyänen symbolisierten.
Die Straße zum Lower Sabie Camp lief am Lower Sabie Fluss entlang, so dass wir auf dieser Strecke einige Elefanten und Antilopen sahen. Das Lower Sabie Camp liegt direkt am grossen Lower Sabie Fluss, in dem mehrere Nilpferde (auch vom Camp aus) zu sehen waren.

Im Lower Sabie Camp machten wir wieder eine Nachtfahrt, die ähnlich war, wie die erste.Nur sahen wir anstatt der Löwen einen grossen Elefanten, der plötzlich aus dem Dunkeln auftauchte.Ausserdem hielten wir an, um eine kurze Pause zu machen.Ich musste mal kurz dringend, weshalb einer der beiden Ranger, mit einem Gewehr über die Schulter hängend, mit mir einfach von der Straße weg in den Busch lief.Da es völlig dunkel war, fühlte ich mich nicht gerade sicher dabei und war froh als ich fertig war.

Hier verbrachten wir nur eine Nacht, doch die hatte es in sich.Ich lag in meinem Bungalow und spielte Karten mit Kris, als unsere Eltern klopften und sagten, wir sollten mal schnell herauskommen. Draussen angekommen, sahen wir am Zaun jemanden mit einer Taschenlampe auf ein Tier, dass auf der anderen Seite des Zauns war, leuchten.Wir gingen näher hin und sahen: eine Hyäne!Sie war direkt am Zaun (der ziemlich dünn und nicht besonders hoch war) und war höchstens zwei Meter von mir entfernt.Ich blieb noch eine Weile und stellte fest, dass der Mann mit der Taschenlampe ebenfalls ein Deutscher war.Dann ging ich wieder schlafen.

Am nächsten Morgen fuhren wir in Richtung Berg-en-Dal Camp, unserer letzten Station, los.Gleich am Anfang erspähte ich eine Hyäne neben der Straße, die noch eine Weile neben der Straße lief, bevor sie wieder verschwand.Ansonsten sahen wir bis zum Berg-en-Dal Camp nicht sehr viel.
Dieses Camp hat ein schönes Wasserloch am Rande des Camps, nur ein paar Meter vom Restaurant entfernt.Dort stehen ein paar Bänke, auf denen man sich gemütlich erholen und die Natur geniessen kann.An dem Wasserloch waren zwei Afrikanische Fischadler heimisch, ausserdem sich ein kleines Krokodil auf einem Felsen.Obwohl an diesem Wasserloch nur Impalas zum Trinken kamen, war es ganz schön.Am Rande vom Camp ist ein enger, aber langer Pfad, der am Staudamm und am kleinen Flusslauf des Wasserloch entlangläuft.

Doch da wir nach einer Weile ein wenig ungeduldig wurden, gingen wir wieder ins Auto auf der Suche nach Tieren.Im Camp hatte uns jemand erzält, dass er gerade eben erst gesehen hatte, wie ein Rudel Wildhunde ein Impala riss.Deshalb fuhren wir in die Nähe der Stelle, wo es gewesen sein soll, und suchten.Nach einer Weile sahen wir, in der Nähe der beschriebenen Stelle, einen Game Ranger, der in den Busch hineinlief.
Als er zurückkam erzählte er den Touristen, die mit ihm fuhren, und danach freundlicherweise auch uns, dass er ein Impalafell und ein paar Knochen gefunden hat und dass dies nur Wildhunde gewesen sein können, weil sie, im Gegensatz zu anderen Raubtieren, nur noch Haut und Knochen übrig lassen.Ausserdem meinte er, dass sie bestimmt schon längst weg und in Richtung Bau, zu ihren Jungen, gelaufen sind (Wildhunde haben sehr grosse Jagdreviere).

Wir fuhren weiter, zu einem Wasserloch in der Nähe des Camps, an dem mehrere Impalas, Kudus,Paviane und in weiter Entfernung Büffel, zu sehen waren.Dann tauchte plötzlich ein Rhinozeros zusammen mit einem kleinen Rhinozeros auf und kam langsam zum Trinken.Wir sahen eine Weile zu und fuhren dann langsam in Richtung Camp, fürs Abendessen.
Am nächsten Morgen fuhren wir wieder zu dem Wasserloch und sahen unterwegs zwei grosse Rhinozerosse.
Die Gegend um Berg-en-Dal ist, wie der Name (in Afrikaans) schon vermuten lässt, ziemlich hügelig.Wir drehten noch einige Runden, aber sahen bis zum späten Nachmittag nicht mehr viel ausser Antilopen, Böcke, Giraffen, Büffel u.ä.
Dann als die Sonne schon fast unterging, wir waren unterwegs Richtung Camp, entdeckten wir drei Löwen, ein paar Meter von der Strasse liegend.Nach ein paar Minuten standen sie auf und gingen in eines kleines Flussbett hinunter und waren weg.Dann fuhren wir ins Camp und verbrachten unsere letzte Nacht im Krügerpark.

Nach einer kuzen Fahrt am nächsten Morgen vor dem Frühstück, hieß es dann leider Abschied nehmen vom Krügerpark und in Richtung Johannesburg zu fahren.Wir hatten ziemlich viel Glück und sahen viele Löwen, Hyänen, Schakale, Krokodile, Nilpferde, Elefanten, Impalas, Rhinozerosse, Gnus, Giraffen, Zebras, Warzenschweine, Affen, Büffel, Adler, Geier und viele verschiedene Antilopen und Böcke.

Zwei Geier im Baum.






Als nächstes flogen wir von Johannesburg nach Durban, einer schönen Stadt am Indischen Ozean.Dort besuchten wir meine Großeltern und verbrachten die meiste Zeit damit, am Strand zu liegen.Ab und zu gingen wir auch mal ins (warme) Wasser oder liefen durch die Strandpromenade von Durban oder auch in die Innenstadt hinein.Mein Bruder flog nach eineinhalb Wochen Durban wieder heim, während wir anderen 3 noch da blieben.Mein Vater und ich fuhren dann allein, in den nicht weit entfernten Hluhluwe/Umfolozi Park und ließen unsere Mutter bei ihren Eltern.

Der Hluhluwe/Umfolozi Park ist viel kleiner als der Krügerpark und bestand ursprünglich aus zwei verschiedenen Parks, bis beide durch einen eingezäunten Korridor miteinander verbunden wurden.Mein Vater und ich fuhren also im Mietwagen durch den Parkeingang; und das erste was wir sahen, direkt am Eingang, war ein Zebra.Wir mussten quer durch den Hluhluwe-Sektor fahren, um zu unserem Camp, dem Hilltop Camp, zu gelangen.Der Park ist sehr hügelig und schön anzuschauen.Wir waren kaum eine halbe Stunde im Park, als ein anderer Jeep uns entgegenkam und uns signalisierte, langsamer zu machen. Er erzählte uns, dass ein paar Meter weiter, im Flussbett, ein Löwe liegen würde.
In Hluhluwe gibt es nur wenige Löwen, weshalb wir uns schon sehr freuten.Wir fuhren langsam weiter und entdeckten dann auch einen Löwen, ein paar Meter von der Straße entfernt liegend.Nach einer Weile erhob er sich und lief weiter ins Flussbett hinein und legte sich unter schattige Palmen, so dass nur noch zwei Beine zu sehen waren.Dann fuhren wir weiter.

Mitten im Park gibt es einen hide, d.h. eine Stelle an der Besucher in eine kleine Hütte, die an einem kleinen Wasserloch steht laufen können, um zwischen kleine Fenster die Tiere zu beobachten. Obwohl kaum Wasser drin war, sondern eher Schlamm und Matsch, waren mehrere Rhinozerosse (wofür der Park berühmt ist) und Warzenschweine, die sich im Schlamm suhlten, zu sehen.Wir kamen später noch ein paar mal an diesen "hide" und sahen jedesmal Rhinozerosse (einmal sogar 6 gleichzeitig), aber sonst keine Tiere, da fast kein Wasser vorhanden war.
Auf dem Weg zum Hilltop Camp sahen wir sehr viele Nyalas (eine Antilopenart), die wir wir im Krügerpark überhaupt nicht gesehen hatten.Wir kamen spät nachmittags an unserem Camp an und aßen ein tolles Abendessen im vorzüglichem Restaurant.Am nächsten Morgen fuhren wir vor dem Frühstück zu einem Damm, ein Stückchen vom Camp entfernt.

Als wir uns dem Damm näherten, sahen wir schon zwei, drei Autos dort stehen, weshalb ich hoffte, auch was interessantes zu sehen.Und so war es.Am Ufer des Dammes tollten mehrere Hyänen herum und spielten.Sie liefen hin und her und verfolgten und besprangen sich, was sehr witzig aussah. Das ging eine ganze Weile so, bis wir dann wieder weiterfuhren.Bis zum Früstück sahen wir noch einige Zebras, Warzenschweine, Kudus und Nyalas.
Im weiteren Verlauf des Tages bekamen wir noch einige Giraffen, Affen, Rhinozerosse, Wasserböcke, Impalas und Gnus zu sehen.
Vor dem Abendessen buchten wir dann noch einen bush walk (Wanderung durch den Park mit einem Ranger).Am nächsten Morgen fuhren wir vor dem Frühstück noch mal zu dem Staudamm und entdeckten diesmal eine einzelne Hyäne, die aber schon bald abhaute.
Nach dem Frühstück fuhren wir dann mit einem Ranger und drei anderen Besuchern los, um eine Wanderung zu unternehmen.An einer wahllosen Stelle, hielt der Ranger an, schnappte sich ein Gewehr und lief mit uns in den Busch.Er ging voraus und wir anderen hinterher.Es war ziemlich aufregend, durch die Wildnis zu laufen.Im Mietwagen fühlt man sich ganz anders.Nach einer Weile sahen wir ein paar Gnus und Impalas, die aber sofort flüchteten.

Doch dann stand auf einmal ein grosses Rhinozeross vor uns.Es war schon ein komisches Gefühl, nur ein paar Meter von diesem grossen Tier entfernt, zu stehen.Es guckte uns vorsichtig an und kam ein Schritt auf uns zu.Der Ranger hob sein Gewehr in die Höhe und schlug zwei mal mit der Hand auf das Gewehr.Von diesem Geräusch wurde das Tier dann vertrieben.Er erklärte uns hinterher, dass man bei diesen Tieren kein Risiko eingehen darf und sie nicht zu nahe kommen lassen sollte.
Das nächste, was wir sahen, war eine Giraffe.Ein paar Meter weiter entdeckte der Ranger ein paar Knochen auf dem Boden und meinte, sie würden von einer Giraffe stammen.Die anderen drei Besucher fragten, was dieses Tier getötet hätte und der Ranger meinte: "It was sick" (d.h. krank).

Doch die drei waren Franzosen und verstanden nicht, was er damit meinte.Also kramte ich meine (recht dürftigen) hängengebliebenen Französischkenntnisse aus und sagte: "malade", was krank bedeutet.Die Franzosen machten: "Aaah!" und bedankten sich bei mir.
Gegen Ende der Wanderung entdeckte der Ranger einen Fussabdruck eines Löwen, was ziemlich aufregend war.Kurz darauf hörten wir sogar das unverkennbare "Lachen" einer Hyäne.Es war sehr spannend herumzulaufen, und die Hyäne zu suchen.Wir hatten zwar kein Glück dabei, aber das war nicht weiter schlimm, da wir auf unserem diesjährigem Trip schon sehr viele Hyänen und Löwen gesehen hatten.

Nach der Wanderung fuhren wir nach einer kurzen Tour raus aus dem Park, Richtung Durban, wo wir noch eine Nacht verbrachten, bevor wir dann (von Johannesburg aus) nach Hause flogen.


Afrika ´98