Reisebericht ´95 (Namibia)


Ich war von meiner ersten Afrikareise im Jahre `93 so begeistert, dass ich meinen Vater anbettelte möglichst bald wieder hinzufahren.Da meine Eltern ebenfalls grosse Afrika-Fans sind und es meinem Bruder `93 auch gefallen hat, plante mein Vater einen erneuten Trip schon `95.Diesmal sollte es nach Namibia (u.a. zum Etoscha Nationalpark) und zum Krügerpark gehen.Auch meine Eltern waren noch nicht in Namibia gewesen und waren gespannt, vor allem auf die Etoscha Pfanne.

Nach einem langen Flug nach Windhoek, der Hauptstadt von Namibia ging es mit einem Mietwagen Richtung Westen, zur Küstenstadt Swakopmund.Auf dem Weg dorthin fuhren wir auf einer einsamen Strasse durch die endlose Namib-Wüste und durchquerten dabei den Namib Naukluft Park, in dem es sehr trocken ist und in dem es fast keine Tiere gibt.In Swakopmund verbrachten wir zwei Nächte in einer kleinen Pension.
Namibia, oder Südwestafrika, ist eine ehemalige deutsche Kolonie, was auch heute noch in Swakopmund ein wenig zu erkennen ist, z.B. an deutschen Restaurants, deutsche Namen oder daran, dass man hier den "Kicker" kaufen konnte.
Wir liefen in Swakopmunds Strassen oder an der Küste entlang und machten einen Ausflug nach Cape Cross, einem beliebten Ausflugsziel an der Küste, an dem sich viele Robben auf den Felsen sonnen.Am Rande von Swakopmund gibt es schöne, grosse Dünen, auf die wir hoch und runter rannten.

Das nächste Ziel auf unserer Route war die Bambatsi Gästefarm, als Zwischenstop für die Strecke zum Etoscha Nationalpark gedacht.Wir fuhren eine schöne Strasse an der Küste, innerhalb des Skelettküsten Nationalparks, entlang, bevor wir dann ins Landesinnere einbogen.Auf der gesamten Strecke von der Küste (kurz hinter Cape Cross) bis zur Gästefarm sahen wir nur ein einziges Auto! (obwohl es eine sehr lange Strecke ist).Die Wüstenlandschaft in Namibia ist faszinierend und für einen Europäer unfassbar.

Mein Bruder und ich sitzen in unserem Jeep.
Von Swakopmund bis zur Etosha-Pfanne fuhren wir durch eine endlose Wüstenlandschaft.





Auf der Gästefarm angekommen, wurden wir gefragt, ob wir Lust hätten, mit dem Jeep auf das naheliegende Farmgelände mitzufahren.Meine Mutter und ich fuhren mit während mein Vater, der noch müde von der Fahrt war, und mein Bruder blieben.
Wir fuhren auf dem flachen, offenen Farmgelände herum, bekamen ein paar Springböcke und einen Strauss zu sehen und steigerten so unsere Vorfreude auf Etoscha.Der Fahrer erzählte uns von 2 Geparden, die sich seit kurzem auf dem Farmgelände aufhielten.Es war spannend nach ihnen zu suchen, doch wir hatten kein Glück.

Nach einem schönen Abendessen und einer Nacht brachen wir am nächsten Morgen Richtung Etoscha Nationalpark auf.Mitten in diesem Park befindet sich die grosse Etoscha Pfanne, eine Salzpfanne, die sich in der Regenzeit mit Wasser füllt.In der Trockenzeit (zu dieser Zeit waren wir da) kommen die Tiere an die (oft künstlich angelegten) Wasserlöcher ausserhalb der Pfanne.Die Artenvielfalt ist ähnlich gegenüber dem Krügerpark, doch die Landschaft ist viel trockener und kahler, weshalb man an den Wasserlöchern sehr gute Chancen hat, Tiere zu beobachten.

Endlich waren wir im Etosha Nationalpark.





Wir kamen vormittags am Parkeingang an und bekamen ein paar Meter weiter, gleich eine Giraffe zu sehen.Auf dem Weg zum Okaukuejo Camp, unserem ersten von drei Camps in Etoscha, sahen wir noch Oryxantilopen, Zebras, Gnus und Springböcke.Okaukuejo verfügt über eine, bei den Tieren beliebte, Wasserstelle (nur ein paar Meter von den Bungalows entfernt).

Während meine Eltern eincheckten, rannte ich gleich an die Wasserstelle, wo gerade Oryxantilopen, Zebras und Kudus tranken.Kurze Zeit später waren wir wieder im Auto auf Pirschfahrt.Wir fuhren zu einer Wasserstelle, die am Rande der Pfanne liegt.Auf dem Weg dorthin sahen wir von weitem eine Hyäne, die langsam zur Strasse trottete.Sie überquerte vor uns die Strasse und lief in Richtung der Wasserstelle.Kurz danach erreichten wir die Wasserstelle und sahen auch die Hyäne schon ankommen. Man hatte eine schöne Sicht in die offene Steppe der Salzpfanne und sah nicht nur die Antilopen, die schon an der Wasserstelle waren, sondern auch einige, die noch weit entfernt waren.

Abends gingen wir wieder an das Okaukuejo Wasserloch, das nachts beleuchtet wird.Dies gefiel und sehr.Es kam eine grosse Elefantenherde, die sehr lange dablieb, zum Trinken.Ausserdem liefen immer wieder Schakale, um das Wasserloch herum.Ein Schakal kletterte dann sogar eine Holzlatte hoch, die die Mauer, an der sich die Touristen lehnten, stützt und lief kurz am Rande des Camps herum, bis er dann wieder auf der Holzlatte herunterlief.Das Licht war sehr lange an und es dauerte eine Weile, bis ich schlafen gehen konnte, ohne das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen.

Das Wasserloch am Okaukuejo Camp.





Am nächsten Morgen fuhren wir wieder zum Wasserloch am Rande der Pfanne und sahen auf dem Weg dorthin, zwei Schakale, die ihren Bau direkt neben der Strasse hatten.
Als wir am Wasserloch ankamen, konnte man schon von einiger Enfernung erkennen, dass etwas neben dem Wasser lag.Wir fuhren näher hin und stellten fest, dass es drei Löwen waren, die faul in der Sonne dösten.Es dauerte eine Weile, bis sie, einer nach dem anderen, aufstanden und sich langsam entfernten.Nach diesem tollen Erlebniss und dem anschliessendem Frühstück, fuhren wir in Richtung Halali Camp, wo wir unsere zweite Nacht verbrachten.
Auf dem Weg dorthin fuhren wir an einigen Wasserstellen vorbei und sahen immer auch Tiere.An einem Wasserloch, an dem viele Tiere (Giraffen, Zebras, Warzenschweine und Springböcke) da waren, machten wir Pause und aßen einige Kekse u.ä., die wir im Okaukuejo Camp gekauft hatten, zum Mittagessen.Die Tiere verhielten sich irgendwie merkwürdig und starrten alle nervös in die gleiche Richtung, doch wir konnten nichts erkennen.

Nach einer Weile erhob sich auf einmal etwas hinter einem Busch.Die Tiere bekamen alle einen Schreck und rannten weg vom Wasser.Wir konnten es zuerst nicht genau erkennen, der Busch war war im Weg, doch mit dem Fernglas konnte man einen Löwen sehen. Nach ein paar Minuten trat er hinter dem Busch hervor, so dass man ihn ganz betrachten konnte.
Wir fuhren zum nächsten Wasserloch wo schon von weitem eine riesige Elefantenherde zu sehen war.Wir fuhren zum Wasser und schon bald waren überall um uns herum Elefanten (auch junge).Einen Elefanten aus nächster Nähe zu sehen, ist besonders schön, aber nicht ganz ungefährlich.Man sollte dann lieber den Rückwartsgang einlegen und nicht zu dicht heranfahren.

Das Wasserloch am Halali Camp.






Am späten Nachmittag kamen wir im Halali Camp an, wo ich gleich zum Halali-Wasserloch eilte und einige Kudus zu sehen bekam.Am abend gingen wir wieder zum Wasserloch, das ebenfalls nachts beleuchtet wird.Kurz bevor es richtig dunkel wurde, kamen zwei Rhinozerosse zum Trinken.Später als die Sonne schon untergegangen war, kamen auf einmal 2 Hyänen herbeigelaufen.Sie machten ihre typischen Lachgeräusche und rannten hin und her.Das Wasserloch ist zwar beleuchtet, aber nicht so hell, wie das Okaukuejo-Wasserloch, weshalb man vieles nicht so genau erkennen kann und oft nur einige Schatten vorbeihuschen sieht. Kurze Zeit später wurden es immer mehr Hyänen und es wurde ein wenig lauter.Es war ein tolles Erlebnis in der Dunkelheit zu sitzen und den Hyänen zuzuhören.

Am nächsten Morgen fuhren wir in den östlichen Teil des Parks.An den zahlreichen Wasserlöchern waren immer einige Tiere zu sehen (z.B.: Oryxantilopen, Giraffen, Zebras, Springböcke, Elefanten, Warzenschweine, Impalas, Kudus und Gnus).
Wir sahen dann noch neben der Straße 3 Schakale stehen, die uns neugierig anguckgten und dann weiterliefen.Ausserdem sahen wir kurz danach noch einige Geier auf einem Baum sitzen.

Wir machten im Namutomi Camp Pause und schauten uns das Camp, in dem ein altes deutsches Fort steht, an und kauften noch ein paar Lebensmittel im Shop ein. Wir fuhren noch so lange es ging im Park herum (sahen dabei noch u.a. die seltene Elandantilope und den ebenfalls seltenen Dik-Dik) bis wir dann aus dem Park herausfuhren und in der Mokuti Lodge, die direkt neben dem Parkausgang liegt, übernachteten.Die Mokuti Lodge ist sehr luxuriös und komfortabel, doch ich vermisste die beleuchteten Wasserlöcher, innerhalb des Parks.

Am nächsten Morgen fuhren wir Richtung Okonjima Gästefarm, wo wir wieder einen Zwischenstop, auf der Fahrt zum Flughafen von Windhoek, machten.Auf dem Gelände der Farm sind ein paar Tiere heimisch (z.B. Warzenschweine, Springböcke, Dachse und Stachelschweine).Wir fuhren mit dem Besitzer zu einenm kleinen "hide", wo ein freilebender Leopard mit grossen Fleischstücken angelockt wurde.Er war nur ein paar Meter von uns entfernt, so dass man ihn schön sehen und fotografieren konnte, doch es war nicht dasselbe, wie wenn man ihn in freier Wilbahn entdecken würde.
Abends gingen wir in einen kleines Häuschen, zu dem (unter Flutlicht) Tiere mit Essen angelockt wurden (z.B. ein Honigdachs und ein Stachelschwein).

Nach einem tollen Abendessen im Freiem fuhren wir am nächsten Morgen nach Windhoek und flogen von da nach Durban.

Südafrika

Wir besuchten wieder unsere Grosseltern und erfreuten uns an den schönen Strand und an das (trotz Winter) warme Wetter.Ausserdem besuchten wir einen Schlangenpark und das "Sea World" von Durban.Nach zwei Wochen Durban verabschiedeten wir uns von unseren Grosseltern und flogen nach Johannesburg, wo wir uns ein Auto mieteten und für drei Nächte in den Krügerpark fuhren.
Wir kamen mittags im Krügerpark an und fuhren zu unserem ersten Camp, Camp Skukuza.Das Skukuza Camp liegt am schönen Lower Sabie Fluss, doch wir vermissten die beleuchteten Wasserlöcher von Etoscha.

Wir sahen viele Elefanten, Kudus, Impalas, Paviane, Nilpferde, Krokodile, Gnus, Büffel, Giraffen, Mangusten, Steinböcke, Grünmeerkatzen, Warzenschweine und Wasserböcke über den ganzen Aufenthalt im Park verteilt.

Zwei männliche Kudus.






Unsere zweite Nacht verbrachten wir im Camp Pretoriouskop, das nicht besonders schön ist.
Unsere dritte und letze Nacht verbrachten wir im modernen Berg-en-dal Camp, wo es mir am besten gefiel.Das Camp hat einen kleinen Staudamm, wo wir Fischadler und Impalas sahen. Am Abend sahen wir einen Jeep der auf der Strasse parkte.Der Fahrer zeigte in den Busch.Wir konnten zwischen Büschen und Bäumen ein paar Beine hin und her rennen sehen.Es waren Afrikanische Wildhunde, doch wir konnten sie leider kaum erkennen.Dann verschwanden sie.

Am letzten Morgen sahen wir ein Leopard, der ein Impala aß.Daneben lag eine Hyäne.Da es war kurz nach Sonnenaufgang war und der Leopard etwas weiter weg war, konnten wir es nicht sehr erkennen.
Dann stand der Leopard auf, nahm das Impala in sein Maul und lief eine Bergkuppe hinunter.Der Leopard war weg, doch die Hyäne blieb noch eine Weile da, bis sie vor uns die Strasse überquerte.
Der letzte Morgen war ein schöner Abschied vom Krüger Park, denn wir flogen heim.


Afrika ´95